Ich bin Baujahr 1972, seit meiner Kindheit, als ich erste Mal mit einem Computer in Berührung kam, faszinierte mich die Möglichkeit, durch Eingabe von ein paar Zeichen etwas steuern/bewegen/regeln zu können. Leider hielten meine Eltern das alles fuer Teufelszeug und so dauerte es ein paar Jahre, bis ich mir meinen ersten eigenen Homecomputer leisten konnte. Als andere Kinder auf dem Schulhof C64-Spiele getauscht haben, schaute ich noch in die Röhre. Aber an der Röhre hing halt kein Computer. :) Jede freie Minute verbrachte ich in Kaufhäusern oder bei Schulkameraden, die einen Heimcomputer hatten. Mein erster Computer war ein Commodore C16, den es Ende 1985 für 149,- DM bei Aldi gab. Also auch an einen Nascom war damals nicht zu denken. Als ich aber endlich alt genug war, um in den Ferien zu arbeiten, da kaufte ich alles auf dem Gebrauchtmarkt, was ich kriegen konnte. C64, C128, Amiga 500, Amiga 2000 und auch den Atari ST. Ich hatte einfach zu wenig Geld, um mich am Krieg der Systeme zu beteiligen. Als es dann Mitte der 90er Jahre endlich alando.de gab, kaufte ich alle alten Rechner, von denen ich schon gehoert hatte. Heute besitze ich eine groessere Sammlung an alten Heimcomputern. Erst 2010 bekam ich durch Zufall eine leere Nascom2 Platine auf Ebay inkl. Handbücher. Diesen rekonstruierte ich innerhalb von zwei Jahren und so verliebte ich mich spät in diesen schrulligen Rechner. Als dann die ersten FPGAs auf den Markt kamen, begann das Verlangen zu wachsen, diese Bausteine programmieren zu können. Der gleiche Gedanke wie damals, ich gebe etwas ein und die Hardware macht genau, was ich will. Nur kann ich diesmal die ganze Hardware programmieren ohne den Lötkolben anzuheizen. Diesmal fehlte es auch nicht am Geld, dafür aber an Zeit. So durchlebte ich mehrmals den Ansatz teilender Timer und leuchtender LED-Ketten, aber weiter kam ich nie. Erst Anfang 2026 fasste ich mir ein Herz, nahm mir die Zeit und stürzte mich in die FPGA-Programmierung mittels VHDL. Ich hatte den MEGA65 schon ein wenig und es war mir sofort klar, dass das meine Basis werden würde. Ich begann mit einem vorgefertigtem Z80-Prozessor (T80 von OpenCores) und flanschte alles Nötige daran, also ein wenig RAM, ROM, Resetschaltung und Timing und hatte meinen Z80EMUF nachgebaut. Ich wunderte mich darüber, wie schnell und einfach das ging. Und so machte ich weiter und weiter und weiter und baute den Nascom2 mit vielen Erweiterungen nach. Ich kann manchmal nicht glauben, wie weit ich gekommen bin. Ich hoffe, ich kann diese Motivation noch lange halten und noch einige schöne Nischenrechner nach bauen. Als nächstes wird es wohl der BIT90 werden, den auch nicht viele kennen und der daher nicht so oft emuliert wird.
Der Nascom 2 als Ausgangspunkt
Der Nascom 2 eignet sich besonders gut für diesen Ansatz. Seine Architektur ist überschaubar, nah an der Hardware und dennoch offen genug für sehr unterschiedliche Software. NAS-SYS, BASIC, Diskettenbetrieb, CP/M und Erweiterungskarten zeigen, wie aus einem vergleichsweise einfachen Rechner ein vollständiger Arbeitsplatz wurde.
Die Umsetzung auf dem MEGA65 verbindet diese historische Struktur mit einer verfügbaren FPGA-Plattform. Das ursprüngliche Verhalten bleibt dabei der Bezugspunkt. Moderne Funktionen sollen den praktischen Betrieb erleichtern, ohne den Charakter der Maschine zu verdecken.
Technische Leitlinien
- Historisches Verhalten wird so genau wie sinnvoll rekonstruiert.
- Abweichungen und Erweiterungen werden deutlich dokumentiert.
- Moderne Funktionen bleiben möglichst optional und kontrollierbar.
- Speicherbelegung, Schnittstellen und Bedienung sollen offen nachvollziehbar sein.
- Der Core wird auf realer Hardware getestet und schrittweise verbessert.
- Dokumentation und lauffähiges System entstehen gemeinsam.
Mehr als ein einzelner Core
Der Nascom 2 ist das erste ausführlich dokumentierte System, soll aber nicht das letzte bleiben. Langfristig möchte ich weitere klassische Rechner im FPGA untersuchen, implementieren und vorstellen. Dabei sollen nicht möglichst viele Systeme in kurzer Zeit entstehen, sondern technisch interessante Maschinen mit einer belastbaren Dokumentation.
Unter dem Namen emuversum.de kann daraus später ein gemeinsames Dach für mehrere Projekte werden: eine Sammlung klassischer Computer, ihrer Architektur, ihrer Software und ihrer modernen FPGA-Umsetzungen.
Der aktuelle Weg
Dieses Projekt wächst in nachvollziehbaren Schritten. Funktionen werden implementiert, auf dem MEGA65 geprüft und anschließend dokumentiert. Unfertige Bereiche werden als solche gekennzeichnet. So soll eine technische Referenz entstehen, die sowohl beim Benutzen des Cores als auch beim Verstehen des ursprünglichen Rechners hilft.
Kontakt und Mitarbeit
Fehlerberichte, technische Hinweise und Ergänzungen sind ausdrücklich willkommen. Das gilt besonders für:
- reproduzierbare Bugs im Core oder in der Dokumentation
- Nascom-Software, Diskettenabbilder oder bislang nicht erfasste Programme
- Informationen über historische Hardware, Erweiterungskarten und eigene Umbauten
- Korrekturen, zusätzliche Quellen und sonstige fachliche Anmerkungen
- Fragen zur Installation, Bedienung oder Entwicklung
Schreibe dafür bitte an mega65@nascom2.de. Bei einem Fehler helfen eine kurze Beschreibung, die verwendete Core-Version, das MEGA65-Hardwaremodell und möglichst genaue Schritte zum Reproduzieren.